Das Lesen der Anderen: Oktober

Wie jeden Monat ein Blick auf interessante Artikel in der Finanzblog-Szene:

In der Herdentrieb Kolumne auf Zeit Online rechnet Dieter Wermuth vor, dass Aktien aktuell ziemlich teuer sind. Ein Rückfall des Dax auf 5.500 Punkte „würde nicht überraschen“. Mich ehrlich gesagt schon, auch wenn ich nichts dagegen hätte, die nächsten Aktienkäufe auf deutlich niedrigerem Niveau machen zu können.

Der Finanzwesir desillusioniert seine Leser und verlangt Entscheidungen – denn Hauskauf und Indexfonds gleichzeitig, das wird nichts.

Der Dividend Growth Investor hat sein Ziel nach acht Jahren fast erreicht: Gestartet mit praktisch nichts wird er dieses Jahr über 15.000 Dollar an Dividenden einstreichen. Für die Finanzielle Unabhängigkeit reichts noch nicht ganz, dafür kalkuliert er 18-24.000 Dollar pro Jahr. Neben profitabler Geldanlage war vor allem ein sparsamer Lebensstil die Grundlage seines Erfolges. Wobei er es beim Sparen nicht übertrieben und sich auch mal den einen oder anderen Drink gegönnt hat, denn „Diageo is not going to research itself after all.“

Und nochmal der Dividend Growth Investor, diesmal mit der Frage, ob ein starker Kursrückgang einer Aktie ein Kaufsignal ist. Die Antwort ist natürlich „it depends“, denn in der Regel hat ein Kursrückgang ja auch handfeste wirtschaftliche Gründe, etwas wenn das Geschäftsmodell zerbröselt. Ich stelle bei mir allerdings auch immer wieder fest, dass ein rapider Kursrückgang wie z.B. aktuell bei Walmart das Schnäppchenjägerherz höher schlagen lässt, weil die Aktie ja jetzt so schön billig ist. Leider entpuppt sich das allzu oft als Fallendes Messer (und wieder fünf Euro ins Phrasenschwein).

Fräulein Zaster beschäftigt sich mit dem Buzzword ‚Passives Einkommen‘. Und stellt fest, dass es kein free lunch gibt und das vermeintlich passive Einkommen ganz schön viel Aktivität verlangt.

Die Zeit berichtet über das Sterbehaus der Deutschen Bank, in dem die Alt-Vorstände des Hauses ihr Gnadenbrot bekommen. Spannende Einsichten in das Innere des Banksystems, und eine Bestätigung dafür, dass ich um Bankaktien seit Jahren einen großen Bogen mache.

3 Gedanken zu „Das Lesen der Anderen: Oktober“

  1. Hallo Teilzeitinvestor,
    von allen Geschichten, die Du hier vorstellst, finde ich das Sterbehaus bei weitem am Besten. So etwas haben nicht nur die Banken. Bei alten Firmen, wie der BASF oder beim Daimler gibt‘ oder gab’s das auch.
    Für mich hat das was von Junkies, die einfach nicht aufhören können. Wer einmal so mächtig war, hascht noch nach dem kleinsten Hauch von Macht.
    Das sind Menschen, die Geld hätten, um sich eigentlich mehr oder minder alles zu leisten, trotzdem schleppen sie sich jeden Tag in ein kleines Sperrholzbüro.
    Die komplette Antithese zur „Passives-Einkommen“-Denke. Nix da mit „Geld her und dann laßt mich in Ruhe.“ 😉

    Gruß
    Finanzwesir

    PS: Danke für die Erwähnung

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    • Den Gedanken hatte ich auch: Da haben diese Leute das passive Einkommen, von dem wir alle träumen, und dann gehen sie doch jeden Tag ins Büro, weil sie mit ihrem Leben sonst nix anfangen können. Tragisch.

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      • Oh ja, dieser Artikel ist mir auch im Gedächtnis geblieben. Bemerkenswert, weil den meisten Menschen das dort beschriebene Verhalten wahrscheinlich irrational und schwer nachvollziehbar erscheint. Aus Sicht der Protagonisten ist es wahrscheinlich konsequent und folgerichtig, da es im Einklang mit ihren inneren Werten stattfindet. Möglicherweise waren diese Werte/Eingeschaften hilfreich oder gar Voraussetzung, um es in einem derartigen Umfeld überhaupt soweit „nach oben“ zu schaffen. Um den Verdienst an sich (im Sinne einer auskömmlichen Lebensgrundlage) geht es in diesen Dimensionen ja nicht mehr, er ist längst zu einer Kennzahl zum Ausdruck und Vergleich von Machtverhältnissen geworden. Das Tragische daran ist aus meiner Sicht, dass die Geschicke von großen Organisationen mit ihrem Einfluß auf viele Stakeholder-Gruppen unter anderem (hoffentlich nicht immer) von Persönlichkeiten mit diesem Wertekompass gesteuert werden. Aktuelle Ereignisse wie z.B. ein Dieselskandal sind dann nur eine logische und irgendwann zu erwartende Folgeerscheinung daraus.

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